Dokumentation des Teilabbruchs der JVA Tegel

Im Jahr 1898 wurde die heutige Justizvollzugsanstalt Tegel als Königliches Strafgefängnis Tegel eingeweiht. Die ursprüngliche Anlage wurde im Laufe der Jahre mehrfach erweitert. Mit einer Belegungsfähigkeit von circa 900 Plätzen ist die JVA Tegel heute eines der größten Männergefängnisse Deutschlands.

 

Das denkmalgeschützte Originalensemble bestehend aus drei Zellengebäuden, Werkstätten, Anstaltskirche, Krankenhaus, Personalwohnhäusern und anderen wird seit der Erbauungszeit unverändert genutzt. Die baugleichen Verwahrhäuser mit kreuzförmigem Grundriss sind nach den panoptischen System angelegt, bei dem von einem zentralen Punkt aus alle Zellentrakte eingesehen werden können. Offene Treppenanlagen verbinden die vier Geschosse.

 

In der so genannten Teilanstalt I wurden in den 1970er Jahren diese offenen Treppen in drei der vier Flügel entfernt und die Decken geschlossen. Der originale Raumeindruck wurde dadurch entscheidend verändert. Dies ist einer der Gründe dafür, dass das denkmalgeschützte Gebäude nun abgerissen werden darf. Zellengrößen und Brüstungshöhen der Fenster entsprechen nicht mehr den gültigen EU-Richtlinien für den modernen Strafvollzug.

 

Zur Dokumentation wurde der bauliche Bestand vor dem Abbruch zeichnerisch, fotografisch und textlich umfänglich abgebildet.

 

Auftraggeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin